Burkhard Gutleben aus Oberhausen verfolgt seit Jahren die liberale und radikaldemokatische Bewegung und ihre Parteien in Deutschland. Nun hat er zwei besondere Schmuckstücke von Hans Dolezalek aus seinem privaten Archiv geholt und dem Archivs des Radikaldemokratischen Bildungswerks e.V. zur Verfügung gestellt.
Sie stammen aus den 1930er Jahren aus dem Umfeld der Radikaldemokratischen Partei, deren bekanntes Mitglied der Friedensnobelpreisträger Ludwig Quidde gewesen ist.
Zum anderen ein Dokument von Hans Dolezalek aus dem Jahre 1996. Auf 26 Seiten beschreibt er dort die
Erinnerungen eines Radikaldemokraten
in Deutschland von 1930 bis 1933
Hans Dolezalek wurde am 14. Mai 1912 in Charlottenburg geboren und verstarb am 19. Oktober 2015. Ein war ein deutscher Physiker, der nach seiner Emigration 1961 die zweite Hälfte seines Lebens überwiegend in den Vereinigten Staaten von Amerika verbrachte.
In der Endphase der Weimarer Republik war Dolezalek Mitglied der Radikaldemokratischen Partei und letzter Leiter der Radikaldemokratischen Jugend Berlin-Brandenburg.
In diesen Erinnerung beschreibt er wie 1930 in der Deutschen Demokratischen Partei(DDP) Stimmen laut wurden, die eine „Milde Dikdatur“ für notwendig erachteten. Das Ende der Weimarer Republik deutet sich an. Einige aufrechte Liberale und Pazifisten wie Hellmut von Gerlach, Paul Freiherr von Schoenaich und Ludwig Quidde gründeten deshalb die Radikaldemokratische Partei Deutschland (RDP).
Die RDP wurde im Jahr 1933 verboten. Viele Originaldokumente wurden von der Gestapo beschlagnahmt und vernichtet.
Um so wichtiger ist dieser Zeitzeugenberichte von Hans Dolezalek, der diesen Teil der Geschichte in seinen Erinnerungen in den 1990er Jahren aufgeschrieben hat.
Dazu gehört auch die Anlage mit dem
Kampflied der Radikaldemokraten Deutschlands 1930- 1933
Wir kämpfen nicht um Orden,
Lied aufgeschrieben von Hans Dolezalek
und nicht um Glanz und Zier –
wir sind aus Not geworden,
Grau ist unser Hoffnung Panier.
Brüder, beim Kampf um das Glück,
Brüder, steht keiner zurück:
Der Grauen Front reiht er sich ein,
Wir wollen die Hüter der Freiheit sein.
Die Graue Front bezieht sich auf die Farbe des Hemdes der Uniform der Radikaldemokratischen Jugend. Dazu gehörte auch eine schwarz-goldene Armbinde. Die Melodie dieses Kampflied ist unbekannt.
Das PDF-aus dem Archiv kann hier heruntergeladen werden.
Passend dazu:
- Wikipedia.org:
- Studie von Burghard Gutleben
- Buch Grundrechte verwirklichen Freiheit erkämpfen:
- Vom Wandervogel zur Radikaldemokratischen Partei: Jungdemokraten 1919- 1933, Roland Appel, Seite 497ff
- Gründungsaufruf der Radikaldemokratischen Partei 1930, Seite 547
- Der 30.1.1933 – Die RDP-Jugend im „Radikalen Demokraten“, Seite 547
- Ludwig Quidde der fast unbekannte Nobelpreisträger
- 1919: Von der Seele der Jungdemokraten.
Die deutsch-demokratische Jugendbewegung: ihre Ziele und Bestrebungen
