Dr. Petra Weber, die von 1995 bis 2024 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Zeitgeschichte München–Berlin war hat eine 2026 eine neue Biograhie von der streitbaren Liberalen Hildgard Hamn-Brücher im metropol-verlag.de veröffenticht. Berlin 2026, ISBN: 978-3-86331-843-7

Als Hildegard Hamm-Brücher Ende 2016 starb, galt sie als Grande Dame und moralische Instanz der Bundesrepublik, die als mutige Einzelkämpferin für viele Frauen und Männer zum Vorbild geworden war.
Die Tochter aus großbürgerlichem Haus, die während der NS-Diktatur als “Halbjüdin” unter wachsender Ausgrenzung litt, agierte nach 1945 in einer von Männern dominierten Politik, in der sie sich als Verfechterin einer grundlegenden Bildungsreform, einer innovativen Auswärtigen Kulturpolitik sowie als Kritikerin der herrschenden politischen Kultur und Parteiendemokratie einen Namen machte.
Petra Weber bringt uns in ihrer spannend, auf der Grundlage vieler neuer Quellen geschriebenen Biographie eine liberale Politikerin nahe, die für eine lebendige Demokratie und Zivilgesellschaft eintrat, charmant und liebenswürdig sein konnte, aber auch zornig, wenn sie ihre politischen Ziele in Gefahr sah.
1982: Hamm-Brücher arbeitete weiter mit Jungdemokraten zusammen.
Nach dem Bruch der Sozial-Liberalen Regirung 1982 trennten sich die Jungdemokrtaen und der LHV von der FDP.
Viele Sozialliberale verließen die Partei. Einige wie Burghard Hirsch und Gerhart Baum blieben.
Hildegart Hamm-Brücher sagte deutlich „Sie wolle den Kanzler Schmidt nicht stürzen.“ Sie blieb aber zunächst in der FDP.
Die histrorischen Aufarbeitung der Rolle der Liberalen in der Weimer Repuplik war ihr so wichtig, dass auch weiter zu diesem Thema zu Veranstaltungen der Jundemokraten kam, so zum Beispiel bei einer Veranstaltung im 1983 Liberalen Zentrum in Bonn.
Später war ihre FDP-Mitgliedschaft ein On-Off-Beziehung.
Im September 1998 tritt Hildegard Hamm-Brücher aus Protest aus der bayerischen FDP aus – einen Tag, nachdem die Liberalen sich zu einer Koalitionsaussage für die CSU entschieden haben. Bis 2002 hat sie eine „bundesmittelbare Mitgliedschaft“, die eigentlich für im Ausland lebende Liberale vorgesehen ist.
2002 kommt es zum endgültigen Bruch mit der FDP. Als Grund für ihren Austritt nennt Hildegard Hamm-Brücher die „andauernde, rechtspopulistische, antiisraelische und tendenziell Antisemitismus schürende Agitation“ des damaligen stellvertretenden FDP-Bundesvorsit-
zenden Jürgen Möllemann. Sie kritisiert zudem die Führungsschwäche des liberalen Chefs Guido Westerwelle, der zu den Fehltritten Möllemanns zu lange geschwiegen habe.
In den letzten Jahren ihrer politischen Laufbahn erkärte die Grande-Dame der FDP 2011 im Deutschlandfunkradio Kultur: Die FDP müsse sich Neu-Ausrichten. Die Grünen hätten inzwischen das Freiheitserbe des politischen Liberalismus angetreten.
Die hessischen Grünen hatten die damals neunundachzigjährige Hildegard Hamm-Brücher in die 14. Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten am 30. Juni 2010 gesendet.
Zum Weiterlesen:
- ifz-muenchen.de Hildegard Hamm Brücher Biographie
- Jacob S. Eder – Hildegard Hamm-Brücher:
Linksliberalismus, Medien und die Konstruktion der „liberalen Lady“.
Vortrags auf der Tagung „Die neoliberale Herausforderung und der Wandel des Liberalismus im späten 20. Jahrhundert“ am 04.11.16 in Potsdam (11 Seiten, PDF):
theodor-heuss-haus.de: Heuss-Forum_8-2016_Eder.pdf - Friedrich Naumann-Stiftung (40 Seiten, PDF, Mai 2021):
Hildegard Hamm-Brücher:
Mit Leidenschaft für Demokratie und Freiheit - wikipedia.org Hildegard_Hamm-Brücher
- bayerns-frauen.de Hildegard Hamm-Brücher
- deutschlandfunkkultur.de, Andrea Herrmann(09.12.16): Nachruf auf Hildegard Hamm-Brücher Die Feischaffende
- Archiv: Liberale im Widerstand
- Buch Grundrechte verwirklichen Freiheit erkämpfen:
- Die Linksliberalen in den Jahren von 1981-1983
Die Entfremdung zwischen Basis und Establishment.
Martin Budich und Thilo Schelling, Seite 921-936.
- Die Linksliberalen in den Jahren von 1981-1983
