Archiv des Linksliberalismus

Auf der Plattform archiv.org bietet eine unbekannte Gruppe eine Sammlung von Medien zum Thema Linksliberalismus.

Das Thema wird in dem Vorwort beschrieben.

Der Liberalismus ist in Verruf geraten.
Anti-Keynesianer haben den Begriff des „Neo-Liberalismus“ mit einer Ideologie besetzt, die weder ökonomisch neu noch politisch liberal ist. – Diese Umwertung des zuvor positiv konnotierten Begriffs Liberalismus ist seinen Gegnern in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts weithin gelungen.

Seither wird Liberalismus zumeist mit blindem Glauben an Märkte (die angeblich ohne staatliche Regulierung bestehen könnten), mit Steuersenkung, mit Entpolitisierung durch Privatisierung, mit politischem Zwang und mit wachsender Chancen-Ungleichheit verbunden. – Diese Eroberung des Begriffs durch rechte Feinde der individuellen Freiheit und der marktförmigen Wirtschaft wäre zuvor unvorstellbar gewesen.
Lohnt es sich der freiheitlichen Aspekte des historischen Liberalismus zu erinnern und sie für die Zukunft zurück zu erobern? – Diesem Versuche möge das hier versammelte Material dienen. Dabei sind auch wirkungsmächtige rechts- bis anti-liberale Dokumente für das historische Verständnis der Krise des gegenwärtigen Liberalismus wichtig (z.B. das rechtsliberale Tietmeyer-Lambsdorff-Papier von 1982 und die in dessen Tradition stehenden Schröderschen Konterreformen rechter Sozialdemokraten von 1999 bis 2005).

Es gibt eine wertvolle Tradition des pro-kapitalistischen Linksliberalismus oder des Sozialliberalismus. Sie ist der Aufklärung und der Reflexion der Bedingungen der Möglichkeit individueller Freiheit verpflichtet.
Die Privatsphäre, die individuelle Freiheit, die Gleichheit vor dem Gesetz sowie die Chancengleichheit werden im Linksliberalismus als menschheitliche Errungenschaften verstanden, als kollektive Güter rechtsstaatlicher Gesellschaft, die der Verteidigung bzw. Rückeroberung wert sein sollten.“

Aktuell gibt es über 100 Mediendateien, darunter Videos (ARD/Arte/ZDF, …) , Bücher und Artikel zu dem Thema: Archiv_des_linksliberalismus(archiv.org)

Darunter diese interessanten Beiträge:

  • Frauenrechtlerin Dr. Marie-Elisabeth Lüders im Interview • ARD Retro • 1957 und 1965 – 1918 war Marie-Elisabeth Lüders Gründungsmitglied der Deutschen Demokratischen Partei (DDP), deren Vorstand sie auf Reichsebene angehörte. Die DDP war eine linksliberale Partei in der Weimarer Republik.
  • Hildegard Hamm-Brücher 1982 zu Liberalismus in Deutschland ( SRF). Hildegard Hamm-Brücher über den Bruch der sozial-liberalen Koalition unter Helmut Schmidt durch die FDP. Ca. 20.000 Mitglieder hat die FDP dereinst verloren, einige namhafte Liberale, die den Rechtsruck ablehnten, wechselten danach in die SPD (Günther Verheugen, Irmgard Matthäus etc.).
  • Die Linksliberalen in den Jahren 1981 bis 1983 Eine Artikelserie von Martin Budich und Thilo Schelling aus den Liberalen Drucksachen – Dezember 1983, Januar 1984 und April 1984. (Siehe auch LD)
  • Grüne Ideengeschichte • Eine linksliberale Erzählung von politischer Freiheit Heinrich Böll Stiftung 2018
    Eine Erzählung von der politischen Freiheit: Nicht links, nicht liberal, sondern linksliberal? Die Liberalisierung der Gesellschaft ist eine Errungenschaft, die maßgeblich auf die Bewegungen von 1968 und 1989 zurückgeht. Die Journalistin Simone von Stosch moderiert das Gespräch mit Daniel Cohn-Bendit, Britta Haßelmann und Christoph Möllers (Rechtwissenschaftler, HU Berlin).
  • Sozialliberale Erklärung vom 21. März 2017 – Pressekonferenz zur Verabschiedung der „Sozialliberalen Erklärung“ zur Bündelung sozialliberaler Kräfte mit Anwesenheit von Thomas Küppers – Neue Liberale – Projektleiter des Sammlungsprozesses, Benjamin Eidam – Transhumane Partei Deutschland, Christian Bethke – Neue Liberale, Felix Bölter – Partei der Humanisten, Bernd Grothkopp – Liberale Demokraten, Patrick Schiffer – Piratenpartei Deutschland, Max Remke – AK Linksliberale in der Linksjugend (Die Linke), Pascal Hesse – Pressesprecher der Piratenpartei Deutschland am Morgen des 21. März 2017 in Berlin. Diese Erklärung führte nicht zu einer neuen gemeinsamen linksliberalen Partei. Die Partei „Neue Liberale“ wandelte sich 2021 zu einem Verein um ( Quelle: Wiki ).
  • Oliver Schmolke SPD • Zur Freiheit – Ein linksliberales Manifest • Buchvorstellung • 2013 Den Neuanfang einer linksliberalen Idee für unsere Zeit zu entwerfen, dieses Ziel verfolgt Dr. Oliver Schmolke mit seinem aktuellen Buch „Zur Freiheit — Ein linksliberales Manifest“. In Erfurt stellte der Politikwissenschaftler und Leiter der Planungsgruppe der SPD-Bundestagsfraktion am 11. Dezember 2013 zentrale Aspekte seines Buchs vor das in Berlin im Vorwärts-Buch-Verlag erschienen ist.
    (122 Seiten ISBN : 978-3-86602-756-5).
    Siehe auch: perlentaucher.de/buch/oliver-schmolke/zur-freiheit

Beitrag veröffentlicht

in

,

von