Frank von Auer wurde am 25. März 1939 in Tallinn geboren und verstarb am 21. Oktober 2022 in Mainz. Er war ein deutscher Gewerkschaftsfunktionär und vormaliger Aktivist der Studentenbewegung der 1960er Jahre.
Er war faktisch der letzte Bundesprecher des Liberalen Studentenbund Deutschlands (LSD).
Im zeitzeugen-portal.de gibt es ein ausführliches Video-Gespräch mit im, in dem er auch diese Zeit seiner politischen Laufbahn eingeht:
zeitzeugen-portal.de („Bewusstsein für die Vergangenheit geweckt“ – Frank von Auer.
Auch auch im Kanal Youtube radikaldemokraten in der Playlist Frank von Auer: youtu.be
In den anderen kurzen, ein- bis vierminütigen Video-Blöcken erzählt der Zeitezeuge über die Flucht seiner Familie aus dem Baltikum, seine Bettelarme Kindheit und vieles mehr.
Von Auer setzte sich früh für eine auf Entspannung gerichtete Ostpolitik ein und suchte politische Gespräche mit Gleichaltrigen aus der DDR. Er war 1961 „gesamtdeutscher Referent“ im AStA der Universität Marburg. Dabei wurden auch Kontakte zur FDJ au der DDR aufgebaut, die er in dem Video als wilde Streitgespräche bezeichnete.
1968 Sprecher des Bundesvorstandes des LSD
1968 wurde er als Sozialist, der in der SPD Mitglied war zum Sprecher des Bundesvorstandes des LSD gewählt.
Nachdem das Verhältnis des LSD zur FDP insbesondere aufgrund der Ostkontakte des LSD, aber auch aufgrund der Gesamtausrichtung des Verbandes, schon seit 1960 angespannt und konfliktreich war, kam es auf der darauffolgenden Delegiertenversammlung im Jahr 1969 zum endgültigen Bruch:
Der LSD sah sich als „integraler Bestandteil der sozialistischen Opposition und brach die Beziehungen zur FDP ab. Die FDP strich endgültig die unterstützenden Gelder und sorgte auch dafür, dass keine öffentlichen Gelder mehr flossen. Der LSD fiel in die Inaktivität. Ende 1970 löste sich der LSD auf.
Danach bildete sich der Liberale Hochschulverband (LHV).
Frank von Auer blieb aktiv:
- Im Landkreis Groß-Gerau war der für die SPD im Kreistag und Fraktionsvorsitzender.
- 1977 – 1983 war er im Geschäftsführender Vorstand der GEW und forderte den Ausbau der Gesamtschulen und sie Gleichwertigkeit von allgemeiner und beruflicher Bildung ein.
- Von 1983 bis 1997 war von Auer Geschäftsführer der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.
- 1987 baute er zusammen mit mehreren Gewerkschaften den „Sachverständigenrat Bildung“ aus unabhängigen Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Bildungspraxis, der 2002 Reformempfehlungen für das Bildungswesen veröffentlicht.
Ab 1998 war er bis 2002 Sozialreferent an der Deutschen Botschaft in Tel Aviv.
Von 2010-2015 war er Vorsitzender der Deutsch-Baltischen Gesellschaft.
Dazu auch interessant :
- LSD in in der deutschen digitalen Bibliothek (BArch B204 – 373 Aufbewahrungseinheiten)
- wikipedia.org Frank von Auer
- wikipedia.org Liberaler Studentenbund Deutschlands
- Literatur von Frank von Auer
in der Deutschen National-Bilbliothek: d-nb.info - Deutsch Baltische Gesellschaft e.V.: deutsch-balten.com
- Alle Videoabschnitte aus dem 2017 Online gestellten Projekt von der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland: zeitzeugen-portal.de: Zeitzeuge Frank von Auer
